Everything goes in Circles (2004,nois-o-lution)
Oktober 20th, 2008Aus dem Archiv gekramt: Ein paar Rezensionen unserer Platte Everything goes in Circles aus den Jahren 2004 und 2005.

Visions
Ein satt getuntes Punkrock-Brett. Und einen teuren Produzenten brauchte die Band dafür nicht, wo sie doch Guido Lucas und Thilo Schenk als Musiker in ihren Reihen hat. Mit der Troisdorfer ‘BluNoise’-Schule hat “Everything Goes In Circles” allerdings nur bedingt was am Hut. Hier regieren simple, straighte Riffs, stur geradeaus stampfende Beats und die reibeiserne Punkrock-Röhre von Jack Letten am Mikro. Bleibt nur abzuwarten, wie Genepool Letten in Zukunft ersetzen werden, da der Mann seine Hauptband Smoke Blow auf Dauer nicht vernachlässigen möchte. Für den Augenblick aber darf man sich freuen über diese höchst gelungene Attacke aus den Dunkelkammern des harten Rock. Das Riffmonster “Darker Than Betrayal” beschwört den Geist der Misfits, das famose “Grave” mit seinen Sisters Of Mercy-Vocals erinnert an The Cult, wie sie in den Achtzigern rockten, und Songs wie “London Cemetery” oder “Blood Turns To Water” huldigen den frühen Westküsten-Hardcorebands. Eine davon hatten die Jungs ganz besonders im Sinn, ist das ganze Album doch als eine Art Verbeugung vor den Germs konzipiert. Wobei: So richtig gelingt dies nur mit dem Cover, was ja auch keine allzu große Kunst ist. So ausgeprägt wie bei Darby Crash und seinen Punkpionieren ist die wilde, kaputte, chaotische und bedingungslos nihilistische Seite bei Genepool denn doch nicht. Aber eine geile Platte haben sie mit “Everything Goes In Circles” allemal aus dem Hut gezaubert.
unclesally*s 103
Eigentlich muss man ja froh sein, jetzt überhaupt ein Album von Genepool in den Händen zu halten (…) Groovender und punkender Up-Tempo-Lärm mit deutlichen Einflüssen aus der Misfits, Quicksand und Fugazi-Ecke. Schade dass es solche Platten nie ins Radio schaffen Das Ohrwurmpotential wäre da! Songs wie “London Cementary” oder “For thos who believe” haben dich spätestens nach dem dritten Durchgang am Haken.
Intro #123
Dieses Album ist schon jetzt eines der grossen Highlights des noch jungen Jahres – basta.’ Auch wenn sich die erste Einordnung – dreckiger, düsterer. 80er-inspirierter Punkrock grobe Richtung: Misfits, Damned, Germs – vielleicht noch nicht ganz so spannend anhört. Doch ‘Everything Goes In Circles’ ist kein netter, betulicher Retro-Spaß (…) Doch spätestens die monströse Produktion von Guido Lucas (wenn nicht schon das Songmaterial) dreht dieses vermutete Tribut- Konzept um und stellt die Vorbilder von einst völlig in den Schatten. Auch wenn das für manchen Hartgesottenen Blasphemie ist- Genepool sind die erste Kopie. an die das Original nicht mehr herankommt.
Slam-Zine
Das Cover ist ein Germs Ripoff, das macht schon mal neugierig, was sich das hinter dem Namen GENEPOOL
verbirgt [...] Schon bald ist klar, was das Albumcover schon angedeutet hat. GENEPOOL stehen wohl auf Referenzen, Fingerzeige und Zitate. Und das ist bekanntlich ein Spiel mit dem Feuer. Leicht läuft
man Gefahr ins ein oder andere Feuernäpfchen zu treten, bzw. in pures Abkupfern abzudriften. Generell schaffen es die Deutschen, beides zu vermeiden. Herausgekommen ist ein düsteres, man möchte fast sagen altmodisches Wave-Punk-Album mit reichlich Power und auf den Rock wird schon gar nicht vergessen. Obwohl die Einflüsse, die
dem geneigten Höre auf Everything goes in Circles immer wieder in Erinnerung gerufen werden, von den Misfits/Samhain (v.a.
in Sachen Melodien und Gesang) über die Germs und auch Killing Joke reichen, wirkt das Album wie aus einem Guss. Empfehlung nicht nur für Düster Punk Freunde.
Trust
Um die Hommage auf dem Cover verstehen zu können, muss man schon etwas älter sein. Oder alten Hardcore Punk
kennen. Oder das Booklet lesen. [...] Everything Goes In Circles erinnert schwer an den Goth-Punk/Hardcore jener tage: An die
Misfits vor allem, aber auch an die Damned man muss hier einfach mal die Einflüsse nennen, die schon im Info stehen. Dafür sind sie einfach zu passend. SMOKE BLOW-Sänger Letten kriegt den Gesang wunderbar hin (live wird
er übrigens nn durch den Rostok Vampires Sänger ersetzt, aber das sollte genauso funktionieren). Der Sound hat
anfangs etwas gestörtz, der wirkt etwas dünn. Aber er ist authentisch. Als wäre GENEPOOL eine neu entdeckte Band aus dem Jahr 1979.